Entwicklung der Bier Preise auf der Wiesn

Die historische Wiesn soll auch 2011 wieder stattfinden. Historisch werden wohl auch die Bierpreise sein. Die neun Euromarke wird wohl dieses Jahr fallen. Denn die Bierpreise auf der Wiesn steigt jährlich um satte vier Prozent. Die tatsächliche Inflation in Deutschland  beträgt jährlich allerdings nur ca. 2 Prozent.  Da stellt sich doch die Frage, wie dieser hohe Bierpreis zustande kommt. Die Betreiber des Oktoberfestes argumentieren folgendermaßen:

  • Seit 2007 verursacht die Mehrwegsteuererhöhung einen Preisaufschlag von 20 Cent.
  • Da die Energiekosten für die Bierherstellung stetig steigen, steigt logischerweise auch der Bierpreis
  • Da das Oktoberfest mehr und mehr zu einem niveaulosen Massenbesäufnis verkommt, müssen die Wiesnwirte immer mehr Geld für Sicherheitskräfte ausgeben

Natürlich spielen diese Gründe auch eine Rolle, aber der Hauptgrund ist, dass das Oktoberfest eine sogenannte Sonderwirtschaftszone ist, sprich Angebot und Nachfrage regeln die Bierpreise. Und da es jedem bekannt ist, dass man am Wochenende ohne Reservierungen nur schwer ins Zelt kommt, dürfte es jedem klar sein, dass die Nachfrage nach Plätzen in einem Zelt extrem hoch ist. Und Getränke werden eben fast nur in Zelten ausgeschenkt.

Bis 1970 wurde der Bierpreis noch von der Stadt München festgelegt, danach konnten die Wirte selbst den Bierpreis bestimmen. Heute kann die Stadt München lediglich prüfen, ob es sich um einen unwidrigen Preiswucher handelt. Da aber die Preise der verschiedenen Zelte dicht beieinander liegen, haben die Wiesnwirte nichts zu befürchten. Da jährlich immer mehr Besucher auf die Wiesn strömen, wird der Bierpreis in Zukunft auch weiter steigen, im Durschnitt jährlich um vier Prozent.

Eine kleine Randnotiz:  Wenn man die Preisentwicklung des Bieres mit dem des Benzins vergleicht, erscheint einem das knappe Gut Benzin „billig“. Denn, nehmen wir einen Liter Super als Vergleichswert, der Liter Super ist seit 1950 (32,4 Cent) bis 2010 (144,9 Cent) um 347 Prozent gestiegen. Dagegen stieg der Preis für einen Liter Bier um atemberaubende 942 Prozent (1950: 0,83 Cent/2010: 8,65 Euro). Die Wiesnwirte werden ihr Monopol genau solange ausnutzen, solange die Besucher bereit sind, diese hohen Preise zu zahlen. Vielleicht kommen die Leute ja spätestens bei der zehn Euromarke ins Grübeln!?


One Response to Entwicklung der Bier Preise auf der Wiesn

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